Freitag, 25. März 2016

Renée Ahdieh - Zorn und Morgenröte



Originalsprache:
Englisch
Originaltitel: The Wrath and the Dawn
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: one

Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 400 Seiten

Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...

Eine märchenhafte Geschichte über wahrhaft große Gefühle.




Zorn und Morgenröte ist ein Buch, das etwas ganz besonderes an sich hat. Es ist eine Nacherzählung von Tausendundeine Nacht und man spürt diese Magie und dieses besondere Feeling einfach beim lesen. Ich lese selten Bücher, die im orientalischen Raum spielen und dieses hier hat mir sehr gut gefallen, es war wirklich mal etwas ganz anderes.
Es geht um Sharzad, ein sechzehnjähriges Mädchen, das im Königreich von Chalid wohnt. Dieser ist ein junger Herrscher, der sein Volk in Angst und Schrecken versetzt. Jeden Abend nimmt er sich eine neue Braut und heiratet sie nur um die am darauffolgenden Morgen hinzurichten. Dies hat er auch mit Sharzads bester Freundin getan und deshalb will sie sich rechen und meldet sich freiwillig als Chalids neue Frau.
Sie hat einen Plan und sie will ihn töten, will endlich Rache und Genugtuung erlangen. In der ersten Nacht erzählt sie ihm Geschichten und Chalid ist beeindruckt und will mehr davon... Er lässt sie am Leben und somit nimmt eine ganz neue Geschichte ihren Lauf.

Sharzad ist eine Protagonistin, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Sie ist willensstark, intelligent, körperlich stark und ganz einfach Badass. Ich habe unglaublich gerne aus ihrer Perspektive gelesen und sie hat mich einfach in ihren Bann gezogen.
Auch Chalid ist mir im Laufe der Geschichte unglaublich and Herz gewachsen. Er ist böse, mysteriös und unergründlich - zumindest zu Beginn der Geschichte. Er hat einfach wunderbar in diese Geschichte hineingepasst und ich habe es geliebt nach und nach mehr über ihn zu erfahren.
Und die Nebencharaktere, die keine so große Rolle gespielt haben, waren auch unglaublich toll, gar nicht flach oder eindimensional sondern aufregend und vielseitig, was meiner Meinung nach sehr für die Qualität eines Buches spricht.
Es gibt eine Art "Love-Triangel" und ich verstehe, dass das etwas ist dass in Jugendbüchern viel zu oft passiert und dass es oftmals sehr nervig sein kann aber in diesem Buch hat es mich persönlich gar nicht so gestört. Es war klar für wen das Herz von Sharzad wirklich schlägt und ich fand diese "Dreiecksbeziehung" jetzt nicht weiter tragisch. 

Des Weiteren fand ich den Schreibstil dieses Buches ausgesprochen gut. Ich liebe es wie die Autorin mit Worten spielt und ihnen diese ganz besondere Magie verleiht, ich fand dass Zorn und Morgenröte auf eine ganz besondere Art und Weise geschrieben wurde, die mich positiv in ihren Bann gezogen hat.

Was mir auch gefallen hat, ist dass das Buch einen Glossar besitzt. Das kann auf jemand Fall sehr hilfreich sein, da es manchmal relativ schwer ist zu verstehen wer genau gemeint ist, weil viele der Charaktere mehrere Titel, Namen und Spitznamen haben. Leider befindet sich der Glossar ganz am Ende des Buchs, so dass ich gar nicht wusste dass er existiert bis es dann schon ein wenig zu spät war.
Aber an sich macht das natürlich nichts. Falls ihr das Buch nun lesen wollt wisst ihr ja jetzt, wo ihr diese Übersicht finden könnt.
Zur optischen Aufmachung bleibt mir nur zu sagen, dass auch diese mir sehr gut gefällt. Das Blau des Buches und des Schutzumschlages ist wirklich schön und ansprechend und das Bild auf dem Cover ist toll gemacht. Obwohl ich normalerweise Menschen auf Covern nicht allzu gut finde, spricht dieses mich dennoch positiv an. Außerdem sind die schönen Details, wie eine Karte zu Beginn des Buches und ein kleines blaues Lesebändchen weitere Pluspunkte, da man merkt wie viel Liebe und Aufwand in die Gestaltung gesteckt wurde.


Abgesehen von all dem hat "Zorn und Morgenröte" einfach eine unglaublich gute und spannende Geschichte. Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen und habe mit den Charaktere gefiebert und für sie und ihre Zukunft gehofft. Ich habe mich in eine Liebesgeschichte verliebt, die ich am Anfang des Buches nicht für möglich gehalten hätten und doch hat diese mich berührt, zum weinen gebracht und positiv überrascht.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter und kann die Fortsetzung kaum erwarten.

 Zorn und Morgenröte ist ein wundervolles Buch und ich habe jede Seite genossen. Ich vergebe vier einhalb von 5 Sternen und kann es wirklich nur weiterempfehlen :)


Vielen Dank an den one Verlag und lovelybooks für die Bereitstellung dieses Leseexemplars! :)

Montag, 14. März 2016

Christine Fehér - Anders frei als du




Originalsprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Verlag: cbj
Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 128 Seiten


Die 16-jährige Malina hat sich nie groß für Religion interessiert, als sie sich in den türkischen Jungen Tarik verliebt. Die Besuche bei seiner Familie offenbaren ihr eine völlig neue Welt der Rituale, Traditionen und des Zusammenhalts. Der Islam gibt ihrem Leben eine ungekannte Tiefe und bei Malina entsteht der Wunsch, Muslima zu werden – auch als die Beziehung zu Tarik zerbricht. Doch ihr Umfeld reagiert mit Unverständnis und Ablehnung ...


Malina interessiert sich nicht für Religion und das darf auch gerne jeder wissen. Im Religionsunterricht wettert sie gerne gegen jeden, der religiös ist und bezeugt klipp und klar, dass es sowas wie "Gott" nicht geben kann und erst recht nicht in ihrem Leben. Sie versteht ihre streng katholische Cousine Hannah nicht und kann sich nicht mit den Ansichten der christlichen Kirche anfreunden, noch viel weniger kann sie verstehen, warum ihre türkische Mitschülerin Nesrin ein Kopftuch trägt und nie ihre Haut zeigt. Melina will sich jedenfalls keine solchen Vorschriften machen lassen, nicht von einer Gemeinde, Kirche oder gar ihrem Freund.
Dann kommt sie mit Tarik zusammen, einem türkischen Jungen. Bei ihm zu Hause lernt sie eine muslimische Familie kennen und merkt wie anders es bei ihnen zugeht. Alle essen zusammen, sind freundlich und interessieren sich für einander und zeigen eine riesige Gastfreundlichkeit. Bei ihr zu Hause sieht das anders aus. Malinas Mutter ist alleinerziehend und zwischen ihr, Malina und Lasse, Malinas Bruder, gibt es oft Streit.
Malina beschäftigt sich mit Religion, geht mit ihrer Cousine in den katholische Messe und lässt sich von Nesrin über den Islam erzählen. Dieser fasziniert sie und sie möchte verstehen wie das alles funktioniert. Sie versteht, dass die Regeln im Islam nicht nur Einschränkungen sind sondern eine andere Art der Freiheit.

Ich finde, dass es sehr wichtig ist Bücher dieser Art zu schreiben und zu lesen, die einen zum nachdenken bringen und dazu anregen sich Gedanken über wichtige Themen wie dieses zu machen. Man merkt, dass es das Ziel der Autorin ist mehr Aufmerksamkeit zu schaffen für die Vorurteile, mit denen Muslime in Deutschland gerade aktuell zu kämpfen haben und mehr Verständnis zu schaffen. Immer wieder werden die Charaktere im Buch mit Dingen konfrontiert wie "Willst du jetzt etwa nach Syrien gehen und Martyrerin werden?!" oder "Im Islam muss sich die Frau doch vollkommen dem Mann unterwerfen". 
Mich persönlich hat das an vielen Stellen sehr gestört, da mir dadurch die meisten Charaktere sehr unsympathisch wurden. Ich verstehe, dass es darum geht zu zeigen wie schwer Muslime es häufig haben und auch um darzustellen dass viele der Personen, wie auch Malina selbst, im Laufe der Geschichte merken, dass ihre Vorurteile vollkommen ungerechtfertigt sind. Dennoch hat es mich gestört, dass scheinbar niemand dieser Jugendlichen eine soziale Einstellung gegenüber ihren muslimischen Mitschülern hat. Auch das Verhalten des Lehrers war etwas, dass ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Herr Bischof wird als netter, sozial eingestellter Lehrer beschrieben und dennoch stellt er sich vor die Klasse und redet mit den Schülern darüber dass Malina zum Islam konvertiert ist als wäre es das Schlimmste, was passieren könnte und als müsste man sie unbedingt davon abbringen - als sei diese Religion etwas ganz schlimmes und dass obwohl es mehrere muslimische Schüler in dieser Klasse gibt. Natürlich vergrößert sowas dann nur die Kluft zwischen dem muslimischen und dem nicht-muslimischen Lager, die es sowieso schon in der Klasse gibt.


Über Malinas Verwandlung bin ich ebenfalls zwiegespalten. Ich mochte es zu sehen, wie sie langsam einen Sinn in ihrem Leben fand und sich mehr mit der Religion verbunden hat. Ich fand es leider nicht vollkommen realistisch, was sehr schade ist, da das Buch auch auf den Erfahrungen von echten Frauen, die in deutschen Familien aufwuchsen und zum Islam konvertiert sind beruht. Ich konnnte Malinas schnelle und so extreme Verwandlung nicht richtig nachvollziehen. Ich fand es schön zu lesen, dass sie im Koran Antworten auf ihre Fragen gefunden hat und hatte das Gefühl Muslima besser zu verstehen, als beschrieben wurde, dass sie das Kopftuch-Tragen als eine Befreiung des täglichen Angemacht-Werden empfunden hat... 
Allerdings verliert sie nach dem konvertieren auch einige Freunde und findet das aber gar nicht so schlimm. Ihre beste Freundin will nichts mehr mit ihr zu tuen haben und Malina ist das egal, weil sie ja jetzt Allah hat. Das war mir dann doch zu unrealistisch. Jedes sechszehnjährige Mädchen fände es schrecklich ihre beste Freundin zu verlieren, das ist ja wohl klar! Sie lebt nach dem Konvertieren quasi nur noch für ihre Religion, was ich wirklich nicht verstehen konnte und was es leider auch ein wenig kaputt gemacht hat, da Malina so unnahbarer geworden ist und man sie nicht mehr wirklich verstehen konnte und wollte.
Zum Beispiel wird auch die Freundschaft zwischen ihrem besten Freund und ihr im Buch auf eine harte Probe gestellt und leider hat es mir gar nicht gefallen wie damit umgegangen wurde. Malina akzeptiert einfach, dass sie sich jetzt laut dem Islam nicht mehr alleine mit einem Jungen in einem Raum aufhalten darf (und das obwohl sie mit ihm seit ihrer Kindheit befreundet ist) und daher ist ihr die Freundschaft egal. Außerdem wird sie von ihren muslimischen Freundinnen dazu aufgefordert sich auf keinen Fall mit ihm alleine in einem Raum aufzuhalten, obwohl diese sonst immer sagen, dass es ihre Entscheidung ist an welche Regeln sie sich hält und dass sie sich auf keinen Fall zum Einhalten gezwungen fühlen soll. Das Schlimmste ist, dass sich dann rausstellt, dass ihr Kindergarten-Freund, der vorher noch das Paradebeispiel für eine gut funktionierende Freundschaft zwischen einem Jungen und Mädchen war, natürlich in Wahrheit die ganze Zeit in sie verliebt war, weshalb es das Richtige ist, dass sie sich nie alleine mit einem Jungen abgeben sollte. Ich fand all das einfach wirklich zum Augenverdrehen und es hat das Buch ein wenig kaputt gemacht um ehrlich zu sein.

Der Schreibstil hat mir leider auch nicht zugesagt und war etwas, was mir mit am wenigsten gefallen hat. Es lies sich zwar gut lesen, hat sich aber leider angefühlt als wäre das Buch für eine deutlich jüngere Zielgruppe geschrieben worden. Damit konnte ich mich nicht wirklich anfreunden und es halt leider dazu geführt, dass mir das Buch weniger gut gefallen hat.


Alles in allem finde ich es sehr gut, dass dieses Buch geschrieben wurde und ich finde es extrem wichtig sich mit dem Thema auseinander zu setzen, gerade in Zeiten wie diesen wo der Islam vielen Menschen "Angst" zu machen scheint und wo Muslime hier mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben.. Ich bin auf jeden Fall froh das Buch gelesen zu haben und würde es auch weiterempfehlen. Allerdings muss ich auch ehrlich sein - das Lesen hat mir nicht ganz so viel Spaß gemacht. Einiges hätte besser gemacht werden können, gerade im Bezug auf Realismus und Schreibstil.. Leider gab es einige Aspekte, die mich gestört haben. Insgesamt kann ich daher leider nur 2,75 (bzw. 3) von 5 Sternen vergeben.


Danke an den cbt Verlag und des Bloggerportal Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 11. März 2016

Jennifer Holm - Der vierzehnte Goldfisch



Originalsprache:
Englisch
Originaltitel: The Fourteenth Goldfish
Genre: Kinderbuch
Verlag: heyne.fliegt
Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 176 Seiten

Eigentlich mag die elfjährige Ellie keine Veränderungen. Im Moment zum Beispiel vermisst sie ihre alte Schule und ihren geliebten Goldfisch, der nach einem wundersam langen Leben gestorben ist. Da hilft es wenig, als ihre Mutter gesteht, dass das bereits der 13. Goldfisch war. Doch all das ist vergessen, als eines Abends ein seltsamer Junge auftaucht. Ein Junge in Opaklamotten, der behauptet, Ellies Großvater Melvin zu sein. Hat er tatsächlich das Wundermittel für ewige Jugend entdeckt? Begeistert folgt ihm Ellie in seine Welt der Wissenschaft, in der scheinbar NICHTS unmöglich ist, und die aufregendste Zeit in ihrem Leben beginnt …




                          
Dieses Buch war wirklich süß. Es geht um Ellie, ein elfjähriges Mädchen in der Middleschool, die ihre Liebe zur Wissenschaft entdeckt.
Ellie lebt bei ihrer Mutter, die für das Theater "brennt" und sie weiß, dass sie selbst das auch herausfinden muss: Für was sie brennt.
Dabei hilft ihr schließlich ihr Großvater Melvin, der plötzlich als Teenager vor ihrer Tür steht - er ist Wissenschaftler und hat ein Mittel zur Verjüngung und ewigen Jugend gefunden!
In diesem Buch geht um Ellies Probleme beim finden ihrer Leidenschaft, denn sie weiß nichts weiter, als das das Theater nichts für sie ist. Außerdem lebt sie sich mit ihrer besten Freundin auseinander, nachdem diese in der Middleschool ihre Leidenschaft für Volleyball entdeckt hat und neue Freunde fand.
Ellie entdeckt mit ihrem Großvater ihre wahre Liebe zur Wissenschaft und dass sie ihrem Großvater ähnlicher ist als gedacht, auch wenn er und ihre Mutter sich nicht allzu gut verstehen.
Sie findet ihren eigenen Weg und das ist das was wirklich wunderschön war an dem Buch.

Das Cover ist total toll gemacht - wenn man genau hinguckt kann man schon hier erkennen, dass es um die Liebe zur Wissenschaft geht und mir gefällt es einfach richtig gut.
Der Schreibstil selbst ist eher schlicht und einfach gehalten und war für mich persönlich fast ein wenig langweilig. Das Buch ist definitiv eher für jüngere Leser geeignet. Einige Kinderbücher würde ich auch allen Erwachsenen empfehlen, aber "Der vierzehnte Goldfisch" zählt nicht so wirklich dazu. Es ist ein tolles und informatives Buch für Kinder die im Alter unserer Protagonistin sind, aber für Ältere könnte es etwas langweilig werden. 
Ich selbst habe es gelesen als ich im Abistress war und bin der Meinung, dass es eine schöne Ablenkung und eine süße Geschichte war.
Was mir auch sehr gut gefallen hat ist die Tatsache dass das Buch Wissenschaftler wie Marie Curie und Robert Oppenheimer erwähnt werden und man dabei nochmal wirklich was lernen konnte und außerdem. dass es ethische Fragestellungen aufwirft, wie "was darf Wissenschaft und wo sind ihre Grenzen?". Das hatte ich wirklich nicht erwartet und somit hat es mich positiv überrascht.
An sich konnte ich mich nicht wirklich mit den Charakteren identifizieren aber ich mochte sie dennoch. Ellie ist sehr süß und bei ihr auch auf jeden Fall eine Entwicklung ihres Charakters geschieht, über die ich sehr gerne gelesen habe.

Alles in allem empfehle ich die Geschichte für jüngere Leser, vor allem denen, die Interesse an Wissenschaft zeigen. Aber auch anderen Kindern wird es sicher gefallen und die Message dass jeder seinem Traum nachgehen kann und das tuen sollte, was ihm gefällt ist sicherlich für alle Kinder sehr schön und wichtig.






"Der vierzehnte Goldfisch" ist eine schöne Geschichte über die Liebe zur Wissenschaft, das Finden einer Leidenschaft und über die Familie. Es hat eine schöne Botschaft und ist auf jeden Fall für jüngere Leser zu empfehlen - ich vergebe vier von fünf Sternen.















Vielen Dank an Randohouse und heyne.fliegt für dieses tolle Rezensionsexemplar!

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