Donnerstag, 29. Dezember 2016

Jay Asher - Dein Leuchten




Originalsprache: Englich
Originaltitel: What Light
Genre: Jugendbuch, Contemporary, Romanze
Verlag: cbt Verlag
Buchart: Taschenbuch
Seitenzahl: 320 Seiten



Jedes Jahr zu Weihnachten reist Sierra mit ihren Eltern nach Kalifornien, um dort auf der Familienplantage Weihnachtsbäume zu verkaufen. Doch diesmal wird Sierras Welt auf den Kopf gestellt. Sierra verliebt sich – das erste Mal, unsterblich und mit aller Macht. In Caleb, den Jungen mit den Grübchen, der Weihnachtsbäume verschenkt und eine dunkle Vergangenheit verbirgt, denn Caleb soll seine Schwester angegriffen haben. In seiner Heimatstadt ist er deshalb ein Außenseiter. Sierras Eltern, ihre Freunde, alle warnen sie davor, sich auf ihn einzulassen. Doch Sierra kann nicht glauben, dass Caleb gefährlich ist, und riskiert alles, um ihre große Liebe zu gewinnen …



Ich war sehr gespannt auf dieses Buch von Jay Asher. Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich Tote Mädchen lügen nicht gelesen habe, aber ich mochte das Buch damals wirklich sehr gerne und war deshalb sehr gespannt was Dein Leuchten wohl mit sich bringen würde.
Nun sind die beiden Bücher natürlich von Grund auf sehr unterschiedlich - Tote Mädchen lügen nicht handelt von einem Mädchen, das Selbstmord begangen hat und es ist ein sehr tiefgründiges und emotionales Buch, Dein Leuchten hingegen ist ein Weihnachtsbuch, das eine süße Romanze verspricht. Deshalb möchte ich die Bücher hier auch nicht zu sehr miteinander vergleichen, nur so viel: Es sind zwei komplett unterschiedliche Geschichten und jede ist auf ihre Weise sehr gut gelungen.


In Dein Leuchten geht es um Sierra, die mit ihrer Familie jedes Jahr im Dezember einmal von Oregon nach Kalifornien reist und dort Weihnachtsbäume zu verkaufen. Sie hat ihr Leben zu Hause bei ihren zwei besten Freundinnen und dann ihr Leben im Dezember mit einer anderen guten Freundin und ihrer Familie und irgendwie muss sie das alles unter einen Hut kriegen, was manchmal gar nicht so einfach ist.
Ihr Dad will außerdem nicht, dass sie sich in einen Jungen in Kalifornien verliebt - er selbst hat Sierras Mutter dort kennengelernt und die beiden führten lange Zeit eine Fernbeziehung. Obwohl dies bei den beiden funktioniert hat und sie nun glücklich miteinander sind, wissen Sierras Eltern, wie schwer das alles war und wollen nicht dass ihre Tochter das gleiche durch machen muss. Dann verliebt Sierra sich allerdings in einen Jungen, der Weihnachtsbäume bei ihnen kauft... alles könnte so schön sein, doch dann hört sie die Gerüchte die über den süßen Caleb in Umlauf sind - er soll seine Schwester angegriffen haben, weshalb die meisten Leute den Kontakt mit ihm vermeiden.

Das Buch war wirklich richtig süß und hat genau das gemacht, was ich mir erhofft hatte - richtige Weihnachtsstimmung vermittelt!
Am Anfang war ich nicht so richtig überzeugt. Sierra schien mir etwas naiv und jünger als ihre sechszehn Jahre. Ich konnte nicht verstehen warum es für sie und ihre zwei besten Freundinnen so ein Drama sein sollte, dass sie sich für ein paar Wochen mal nicht sehen - einfach weil das aus meiner Erfahrung nie ein großes Problem war. Aber dann habe ich weiter gelesen und mich in das Buch verliebt - Sierra ist kein richtig spannender Charakter aber ich mochte die Story und Caleb war die Figur, die mir im ganzen Buch am besten gefallen hat. Ich werde an dieser Stelle nichts spoilern aber ich mochte ihn aus vielen verschiedenen Gründen einfach richtig gerne.
Das Setting mit der Weihnachtsbaum-Farm, den Beschreibungen von Tannenbaumgeruch und heißer Schokolade mit Minz-Zuckerstangen (auf die ich während dem gesamten Lesen ständig Lust hatte!) - all das hat mich richtig toll auf Weihnachten eingestimmt und das war wahrscheinlich auch das, was mir an dem Buch am besten gefallen hat.
Zudem hat das Buch auch noch eine wirklich tolle Botschaft - glaube nicht das was andere Leute über jemanden sagen und geb nichts auf Klatsch und Tratsch sondern mach dir selbst ein Bild von der Person! Es zeigt, dass es besser ist offen zu sein und ich fand das eine tolle und wichtige Message.


Der Schreibstil und die Art wie das Buch übersetzt wurde haben mir gut gefallen und es ließ sich wirklich schnell und fließend lesen, ich glaube ich habe es in einem oder zwei Tagen verschlungen.
Außerdem ist das Cover einfach wunderschön und ich bin so froh, dass in der deutschen Ausgabe das englische Cover übernommen und nicht verändert wurde, ich gucke es richtig gerne an!


Alles in allem ist Dein Leuchten genau das was ich mir erhofft habe - eine süße, romantische Weihnachtsgeschichte, die einen in Winter und Weihnachtsstimmung versetzt und das Herz an kalten Tagen erwärmt - ich vergebe vier von fünf Sternen.


Vielen Dank an den cbt-Verlag und das Bloggerportal der Verlagsgruppe Randomhouse für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Sonntag, 18. Dezember 2016

Morgan Rhodes - Falling Kingdoms 3 - Lodernde Macht



Originalsprache: Englich
Originaltitel: Gathering Darkness
Genre: Jugendbuch
Verlag: Goldmann Verlag
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 480 Seiten



Cleiona von Bellos und ihr Verbündeter, der wagemutige Rebell Jonas, haben eine bittere Niederlage erfahren: Ihr Plan, den Tyrannen Gaius zu stürzen, endete in einem Blutbad – und Cleo wurde gezwungen, dessen Sohn Magnus zu heiraten. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Cleo ist im Besitz eines Rings, mit dessen Hilfe sie die uralte Magie der Elementia lenken kann – der Schlüssel, um ihren Thron zurückzuerobern. Aber auch Blutkönig Gaius weiß um die Elementia und geht über Leichen, um die übernatürlichen Kräfte für seine Ziele zu nutzen. Und auch zwei skrupellose Neuankömmlinge aus einem fernen Reich streben nach der unendlichen Macht ...


Lodernde Macht ist der dritte Teil der Falling Kingdoms Reihe und wie die vorherigen Bände folgen wir vielen verschiedenen Charaktere aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen. 
Ich war wirklich gespannt darauf, wie es nach Ende des zweiten Buches weiter gehen würde mit Magnus, Cleiona und den anderen.

Der dritte Teil war auch, wie die Vorgänger, sehr spannend und Action-geladen. Die Charaktere aus den vorherigen Teilen haben neue Abenteuer erlebt und oftmals viel neues über sich herausgefunden.
Die Geschichte lebt auf jeden Fall von ihren Figuren und ich muss leider sagen, dass ich hier auch ein wenig mein Problem mit dieser Reihe habe. Mir sind die Charaktere leider auch nach drei Büchern nicht so richtig ans Herz gewachsen. An sich haben mir alle Bücher gut gefallen, aber so richtig hineinversetzten konnte ich mich in keine der Figuren, und ich weiß nicht genau woran das lag. 

Ich mochte den Schreibstil sehr gerne und es ließ sich schnell und gut lesen. Die Autorin schafft es wirklich Spannung und Gefühle gut zu vermitteln.
Gefühle gibt es viele in diesem Buch und auch die Liebe spielt wieder eine große Rolle. Ich werde nicht weiter darauf eingehen um welche Liebesbeziehungen es hier geht um nicht zu spoilern, aber ich kann sagen, dass dies einer der Aspekte war, die mir gut am Buch gefallen haben.

Allerdings gab es auch einige Dinge, die meiner Meinung nach sehr vorhersehbar waren und manchmal wusste ich einfach schon genau, was im nächsten Moment passieren würde.

Aus welchem Grund auch immer konnte das Buch mich nicht so sehr fesseln wie die Vorgänger-Teile und anders als bei Band 1 und 2, hatte ich nach Lodernde Macht leider kein riesen großes Verlangen nach dem nächsten Band, was etwas schade war.

Auf Grund der eben genannten Kritik muss ich das Buch auch etwas schlechter bewerten.


Ich vergebe leider nur drei von fünf Sternen für dieses Buch. Ich glaube, dass es an sich ein sehr gut gemachter Fantasy-Roman ist aber mir sagt die Reihe leider nicht mehr so ganz zu. Wenn es sich für euch interessant anhört oder wenn ihr die ersten zwei Bücher gerne gelesen habt, würde ich aber dennoch eine Lese-Empfehlung aussprechen.

Danke an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 17. November 2016

Jeanne Ryan - NERVE Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen



Originalsprache: Englich
Originaltitel: Nerve
Genre: Jugendbuch
Verlagcbt
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 320 Seiten


Eigentlich will Vee gar nicht mitspielen bei diesem neuen Online-Spiel, bei dem man ständig neue peinliche »Challenges« bekommt, die sofort ins Netz gestellt werden. Aber um einen Jungen auf sich aufmerksam zu machen, der ihr gefällt, wagt sie es dann doch. Zumal Preise locken, denen sie nicht widerstehen kann, wie zum Beispiel die Schuhe ihrer Träume. Noch dazu sieht Ian, der ihr als Spielpartner an die Seite gestellt wird, wirklich gut aus. Erst macht es Spaß. Aber dann werden die Challenges heikler und heikler, und die Fans treiben Vee dazu, immer mehr zu riskieren. Schließlich werden Vee und Ian zusammen mit fünf anderen Spielern an einen geheimen Ort gebracht, wo die letzte Runde stattfindet. Es geht um alles oder nichts und auf einmal steht ihr Leben auf dem Spiel …


Nerve ist ein Online-Spiel, dass das Internet im Sturm erobert hat. Man kann sich entscheiden ob man "Watcher" oder "Player" ist. Als letzteres bekommt man Challenges, die man erfüllen muss während man sich filmt und das ganze live online streamt - zur Belohnung bekommt man tolle Preise - Dinge, die man sich schon ewig wünscht. Als Watcher folgt man den Playern und filmt sie bei ihren Aufgaben.
Vee ist eigentlich überhaupt nicht die Art von Mensch, die bei sowas mitmachen würde. Sie verbringt viel Zeit im Theater, allerdings ist sie immer nur hinter den Kulissen tätig, wo sie sich um das Make Up kümmert, während ihre beste Freundin Sydney im Rampenlicht steht, immer die Hauptrolle spielt und dabei auch noch jeden Abend auf der Bühne Vees Schwarm küsst.
Eines Tages wird Vee alles zu viel und sie hat keine Lust mehr immer die Brave, Schüchterne und das Mauerblümchen zu sein - sie meldet sich spontan bei Nerve an; als Player!
Was als unschuldige Art ein wenig Spaß zu haben beginnt wird immer krasser und gefährlicher je mehr Aufgaben Vee erledigen muss und sie und ihr (sehr attraktiver) Spielpartner Ian müssen alles daran setzten zu überleben.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Nerve ist von Anfang an spannend und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Das Buch beginnt mit einer aufregenden Szene in der Vee von einem Fremden verfolgt wird, der bewaffnet ist, ohne dass wir wissen warum das passiert und ich war seit der ersten Seite gefesselt.
Vee hat mir als Character nicht allzu gut gefallen, weil sie manchmal sehr nervig sein konnte und nie wirklich wusste, was sie will. Ich habe auch nicht verstanden warum sie immer bei ihrer besten Freundin Sydney war, da diese sie meistens nicht sonderlich gut behandelt hat und ihr Schwarm ist auch ein totaler Idiot gewesen, das konnte ich also wirklich nicht nachvollziehen. Noch weniger verstanden habe ich warum sie manche Aufgaben von Nerve gemacht hat, die wirklich gefährlich waren nur für irgendein dummes Geschenk (tolle Schuhe oder so), obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch einfach hätte aussteigen können.
Aber was die Handlung der Geschichte angeht war ich, wie gesagt, wirklich überzeugt. Mir haben die Aufgaben wirklich gut gefallen, ich fand es einfach immer so spannend!
Auch Ian, den Junge, mit dem Vee zusammen Nerve spielt mochte ich wirklich gerne. Er war süß und charmant und es hat Spaß gemacht über ihn zu lesen.
Was mir ebenfalls super gefallen hat war die Kritik an unserer Gesellschaft, die in diesem Buch gesteckt hat: Unsere Generation stellt so viel über sich ins Internet; fast mein ganzes Leben ist irgendwie im Internet - als Blogger, Instagrammer, Snapchater, Facebooker, Youtuber und so weiter wäre es sicher nicht schwer alles über mich herauszufinden und ich dürfte mich nicht wundern, wenn Nerve genau wüsste für was ich bei ihren Challenges mitmachen würde (was würde ich alles für einen 500€ Buch-Gutschein oder eine Reise in den Harry Potter Themepark in Orlando geben?!)...
Und wo sind wir überall angemeldet, wem geben wir unsere Daten ohne dass wir jemals die AGBs lesen? Würden wir nicht auch bei Nerve mitmachen, ohne zu wissen wer dahinter steckt und ohne woher würden wir wissen dass dort alles mit rechten Dingen zu geht und wir uns nicht in Gefahr begeben?
Eines meiner liebsten Dinge an Nerve war wie echt es sich angefühlt hat - all dies könnte ganz genau so in unserer Welt passieren. Ein Spiel wie Nerve würde sicherlich super ankommen..
Ein Kritikpunkt wäre noch, dass mir der Schreibstil nicht allzu gut gefallen hat aber alles in alle habe ich Nerve wirklich verschlungen und innerhalb von einem Tag ausgelesen, was wirklich nur mit sehr wenigen Büchern passiert!


Insgesamt finde ich, dass Nerve ein wirklich spannendes Buch ist, dass es schafft Kritik an unserer heutigen Gesellschaft zu üben ohne mit erhobenem Zeigefinger dazustehen. Es sieht sich richtig schnell und hat mir viel Spaß gemacht! Ich vergebe vier von fünf Sternen!


Sonntag, 30. Oktober 2016

Emily Kate Johnston - Tausend Nächte aus Sand und Feuer





Originalsprache: Englich
Originaltitel: A Thousand Nights
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlagcbt
Buchart: gebundenes Buch
Seitenanzahl: 368 Seiten



Lo-Melkhinn hat schon dreihundert Mädchen auf dem Gewissen, bevor er in ihr Dorf kommt, um sich eine neue Braut zu suchen. Als sie die Staubwolke am Horizont sieht, weiß sie, dass er das hübscheste Mädchen im Dorf mitnehmen wird: ihre Schwester. Aber das wird sie nicht zulassen. Stattdessen kehrt sie selbst mit dem geheimnisvollen Wüstenherrscher in seinen Palast zurück. Der Tod scheint ihr sicher, doch am nächsten Morgen ist sie immer noch am Leben. Von nun an erzählt sie Lo-Melkhinn jede Nacht eine neue Geschichte und jeden Morgen erwacht sie mit einem magischen Funken in sich, der von Tag zu Tag mächtiger wird.



Tausend Nächte aus Sand und Feuer ist eins der im Moment so beliebten "Retellings", eine Nacherzählung, die sich an einer anderen Geschichte orientiert, aber bei der irgendwas anders ist als im Original. Dieses Buch ist ein "Tausend und eine Nacht" Retelling. Im Original geht es um einen bösartigen Herrscher, der sich jede Nacht eine neue Braut holt, mit ihr die Hochzeitsnacht verbringt. Am nächsten Morgen tötet er seine Frau stehst und das ganze Spiel geht von vorne los. Bis er eines Tages ein Mädchen heiratet, dass anders ist. Sie erzählt ihm Geschichten und bleibt somit am Leben.
Tausend Nächte aus Sand und Feuer ist eine besondere Geschichte. Unsere Protagonistin in namenlos genau wie ihre Schwester, ihre Eltern, Brüder und alle anderen Personen, abgesehen vom bösen Herrscher Lo-Melkhinn.

Ich weiß, dass das ein Kritikpunkt für viele ist, aber mir hat es nichts ausgemacht, dass niemand einen Namen hatte. Ich wusste das schon vorher und darauf eingestellt und in gewisser Weise hat es zu der besonderen Stimmung des Buchs beigetragen.
Im Buch geht es um jungen Mädchens, das sich als ihre Schwester ausgibt, damit sie an ihrer Stelle als Braut für 
Lo-Melkhinn ausgewählt wird. Das ist eines der wichtigsten Motive in diesem Roman - die Wichtigkeit, die in anderen Büchern Romantik einnimmt, wird hier an die Schwesternliebe übergeben und das habe ich geliebt. Alles, was unsere Heldin tut tut sie für ihre Schwester, sie ist für sie von Anfang an bis zum Schluss die wichtigste Person und nichts kann das ändern.
Die Protagonistin opfert sich also und wird zur Braut von Lo-Melkhinn
Sie kommt an den Hof und aus irgendeinem Grund wird sie vom bösartigen Lo-Melkhinn nicht umgebracht sondern überlebt die erste Nacht. Als er sie in ihrem Zimmer besucht geschieht etwas Merkwürdiges - eine Art Energie oder Feuer geht von ihren Händen aus. Sowohl er als auch sie scheinen eine Macht in sich zu haben.
Und so lernt das Mädchen den adligen Hof kennen und lernt auch sich dort zurechtzufinden. Wir erfahren, dass 
Lo-Melkhinn nicht immer so war wie er jetzt ist. Eines Tages kam er aus der Wüste zurück und aus einem guten und weisen Herrscher wurde eine Tyran. Es wird gemunkelt, dass er von etwas besessen wird, eine Art Dämon aus der Wüste.
Ob es wohl eine Möglichkeit gibt 
Lo-Melkhinn das Böse auszutreiben und ihn wieder in sein altes Ich zurückzuverwandeln?

Etwas ganz besonderes war, dass die Perspektiven gewechselt haben - zwischen der Protagonistin und dem Dämon, der von 
Lo-Melkhinn Besitz ergriffen hat. Seine Kapitel waren unglaublich spannend und haben etwas ganz Besonderes und Neues zum Buch beigetragen.
Sehr interessant fand ich das Buch gerade deshalb, weil ich bereits ein Retelling dieser Geschichte gelesen hatte - Zorn und Morgenröte von Renee Adieh (was ich bereits für euch rezensiert habe). Ich war gespannt darauf, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich wohl zwischen den beiden Geschichten finden lassen würden und alles in allem kann ich sagen: Beide Geschichten sind komplett unterschiedlich und ich mag beide sehr gerne!

Ich habe in diesem Jahr etwas über mich herausgefunden - ich liebe Bücher die im Orient spielen! Ob The Wrath and the Dawn, Rebel of the Sands oder nun eben dieses Buch - diese Atmosphäre von Wüste und Exotik... Ich liebe es!
Aber nicht nur wegen dem Setting hat mir dieses Buch so gut gefallen - ich mochte auch die Geschichte und die Charaktere. Es hat einfach alles gepasst.

Perfekt war das Buch allerdings nicht. Es dauert ein bisschen, bis man sich mit dem Schreibstil angefreundet hat und manchmal gab es kürzere Durststrecken, in denen nicht allzu viel passiert ist, aber alles in allem hat es mir trotzdem super gefallen.


Ich vergebe vier von fünf Sternen und würde euch auf jeden Fall empfehlen es zu lesen, falls es interessant für euch klingt!



Dienstag, 20. September 2016

Annabel Wahba - Tausend Meilen über das Meer



Originalsprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Verlag: cbj
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 248 Seiten


Karim ist die Flucht aus seiner umkämpften Heimatstadt Homs gelungen. Mit seiner Familie schafft er es zunächst nach Ägypten und versucht von dort, mit seinem Onkel übers Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Dabei verliert er den Onkel im Gedränge, verfehlt das Schlepperboot und landet im Gefängnis. Beim nächsten Fluchtversuch mit dem Boot kommt er im Sturm fast um. Es grenzt an ein Wunder, dass er Monate später in Konstanz zur Schule gehen darf. Obwohl Karim seine Eltern vermisst und es ihm schwerfällt, Freunde zu finden, beginnt er Fuß zu fassen. Doch da bezichtigt ihn eine Mitschülerin einer üblen Mobbingaktion.


Tausend Meilen über das Meer erzählt die Geschichte eines syrischen Jungens, von seiner Flucht und seinem neuen Lebens hier in Deutschland.
Ich bin der Meinung, dass es unglaublich wichtig ist, dass solche Geschichten geschrieben, veröffentlicht und gelesen werden.
Dies ist keines Falls ein Sachbuch. Auf dem Cover steht dass es die Geschichte von Karim Deeb erzählt, welche von Annabel Wahba aufgeschrieben wurde. Im Nachwort habe ich erfahren, dass der Name des Jungens geändert wurde um ihn und alle Angehörigen zu schützen und dass einiges an der Geschichte fiktionalisiert wurde. An sich sind es aber hauptsächlich die wahren Erfahrungen eines syrischen Jungens, gerade die Teile des Buchs, die von seiner Flucht erzählen. Tausend Meilen über das Meer ist ein Jugendbuch. Es beginnt damit, dass Karim normal zur Schule geht. Es erzählt von seinen neuen Freunden und von denen, mit denen er nicht so gut auskommt in seiner neuen Heimat in ... Koblenz?
Die konkrete Geschichte ist, dass eine Mitschülerin Karim zu Unrecht beschuldigt, er hätte Nacktbilder von ihr gemacht und veröffentlicht. Es geht darum wie er selbst und sein Umfeld - vor allem sein Onkel, ein sehr konservativer Mann und Karims einziger Verwandter in Deutschland und seine Lehrerin, die sich immer für ihn einsetzt - damit umgehen.
Allerdings wird währenddessen immer wieder in Rückblicken von seinem früherem Leben erzählt - von einer glücklichen Kindheit, einer schrecklichen Kriegszeit und einer absolut unvorstellbaren Flucht. Es sind Verhältnisse, die man sich kaum vorstellen kann. 




Die Flüchtlingskrise in in aller Munde und ich finde es wichtig, dass man Bescheid weiß bevor man darüber urteilt und sich seine eigene Meinung bilden kann. Ich finde es wichtig Geschichten zu hören, zuzuhören, wenn jemand, auf welche Weise auch immer, seine Geschichte erzählt. Karims Geschichte hat mich berührt. Ein fünfzehnjähriger Junge, der seine Eltern und Schwester zurücklässt und sein Leben riskiert für eine bessere Zukunft, dafür, dass er endlich wieder in die Schule gehen kann. Ein Junge, der in seiner Heimat immer und überall in Lebensgefahr wäre und deshalb so viel mitmachen muss. Es wird alles erzählt. Wie schlimm man behandelt wird in Syrien, wenn man die Diktatur nicht unterstützt hat oder zur falschen Konfession gehört. Wie schwer es ist, überhaupt aus einer Stadt hinauszukommen, wenn diese von feindlichen Truppen besetzt ist. Wie schnell man verhaftet werden kann, ohne jeglichen Grund. Man braucht meist unglaublich viel Geld um zu flüchten. Transporter, Schlepper, sie alle nehmen umgerechnet Tausende von Euro und
letztendlich können sie dich trotzdem verraten. Dich wie Tiere auf engstem Raum einsperren, dir keine Essen oder Trinken für viele Tage und Nächte geben. Wenn du Pech hast, ist es ihnen egal, dass Schwangere oder Babys dabei sind. Sie beschimpfen dich als "Hund" und treten deine Würde mit Füßen. Es kann sein, dass sie dich verhaften lassen oder auf einer Sandbank alleine zurücklassen, ohne wahre Hoffnung.

All dies war mir zwar irgendwie bewusst, aber in einem Format wie diesem, die Geschichte eines Flüchtlings zu lesen und zu sehen, was diese Menschen, die hier Schutz suchen durchgemacht haben... Ich wünschte jede Person in Deutschland würde dieses Buch lesen. Ich denke es würde die Meinung vieler Menschen ändern und zu weniger Hass führen.

Noch einmal zum Buch: Ich finde, dass es ein sehr gutes und wichtiges Buch war. Der Schriebstil war hauptsächlich sehr einfach gehalten aber es war etwas, dass sich trotz der krassen Thematik gut und schnell lesen ließ.
Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat war, dass vieles wiederholt wurde. Es gab immer wieder verschiedene Rückblicke zu verschiedenen Momenten in Karims Vergangenheit aber manchmal kam es mir so vor als würden diese als komplett einzelne Geschichten erzählt, für Menschen, die den Rest des Buchs noch nicht gelesen haben und das war verwirrend. Man hat einige Informationen einfach wiederholt erfahren, so als wäre es das erste man - es wurde zum Beispiel immer wieder wiederholt, wo Karim lebt oder wer sein bester Freund war, obwohl man das zu dem Zeitpunkt schon wusste.
Aber diese Kritikpunkte sind auf jeden Fall eher Kleinigkeiten über die man hinwegsehen kann.

Alles in allem finde ich dass Tausend Meilen über das Meer ein sehr aufschlussreiches, gut geschriebenes und vor allem wichtiges Buch ist, dass jeder lesen sollte!
Aufgrund meiner Kritik kann ich nur 4 Sterne vergeben aber ich möchte trotzdem nochmal eine ausdrückliche Empfehlung aussprechen!



Vielen Dank an der Bloggerportal, die Verlagsgruppe Randomhouse und den cbj-Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! 

Donnerstag, 4. August 2016

Elizabeth Craft, Shea Olsen - Flower



Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Flower
Genre: Contemporary
Verlag: cbt Verlag
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 220 Seiten




Die achtzehnjährige Charlotte hat keine Zeit für Jungs, sondern setzt all ihren Ehrgeiz auf die Zulassung an der Stanford Universität. Da tritt ein fremder Junge in ihr Leben, der geheimnisvolle Tate. Charlotte verliebt sich auf den ersten Blick und will nur noch eins: Tate. Und Tate will sie.
Dann der Schock: Tate ist nicht irgendwer, sondern ein Superstar, der bekannteste Sänger seiner Generation. Und er hat dem Rampenlicht – und Beziehungen – den Rücken gekehrt. Doch die Anziehungskraft zwischen Charlotte und Tate ist so stark wie das Schicksal selbst...


Flower ist ein typisches Liebesgeschichten-Jugendbuch. Der Klappentext zeigt schon, dass es sich wahrscheinlich um eine leichte Geschichte ohne viel Tiefgang handelt und dem ist auch so. Unschuldiges Mädchen trifft auf Bad-Boy (der gleichzeitig ein Rockstar ist) und die beiden sind schlagartig verliebt, trotzdem gibt es ständig Hindernisse und Probleme, die ihre Liebe überstehen muss. Wenn man sich allerdings vorher bewusst ist, dass dies eine klischeehafte und kitschige Story ist und einfach Lust auf diese Art von Buch hat, dann ist es echt super und hält, was es verspricht.

Die Protagonistin Charlotte schwört die Finger von Dates und Jungs zu lassen und stattdessen alles daran zu setzen in ein gutes College zu kommen. Sie verbringt ihre ganze Zeit in der Schule oder mit Hausaufgaben und Lernen und damit im Blumenladen Geld zu verdienen, welches sie für ihr späteres Leben sparen kann.
Dann trifft sie Tate und alles ändert sich.

Der Schreibstil in diesem Buch war super. Es lies sie so einfach und leicht lesen, dass ich das Buch in weniger als 24 Stunden beendet habe und es hat einfach wirklich Spaß gemacht zu lesen.
Die Charaktere waren hauptsächlich sehr gut entwickelt, dafür, dass das Buch nur so kurz ist. Charlotte gefiel mir gut und auch ihr bester Freund war ein toller Charakter, der wirklich etwas zur Story beigetragen hat. Tate gefiel mir leider nicht so sehr als Charakter, da ich viele seiner Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte.
Auch Charlottes Schwester und Oma kamen mir leider etwas flach vor und sie hatten nicht wirklich Persönlichkeit, was wahrscheinlich daran lag, dass sie nur sehr kleine Rollen im Buch hatten.

Das größte Problem, was ich mit dem Buch hatte war wohl, dass Charlotte und Tate eine Beziehung hatten in der Kommunikation keine Rolle gespielt hat. Die beiden haben es einfach nicht geschafft über ihre Probleme und Gefühle zu reden und wenn sie das getan hätten wäre alles so viel einfacher gewesen. Auch der Grund, weshalb Charotte sich mit der Beziehung zu schwer tut - nämlich der, dass sowohl ihre Mutter als auch ihre Schwester sehr jung schwanger wurde und dadurch ihre Zukunftspläne aufgeben musste, kam leider zwischen ihr und Tate nie zur Sprache. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass sie darüber reden und dass Verhütung mal zur Sprache kommen würde. Es geht hier um 18-jährige Teenager.. Warum wird in Jugendbüchern niemals über Verhütung gesprochen, wenn es doch um Menschen in dem Alter geht, wo Dinge wie die Pille zu wichtigen Teilen des Lebens und Erwachsen werden gehören?
Es hat mich gestört, dass nichts davon zur Sprache kam obwohl es so eine gute Gelegenheit dazu gegeben hätte.


Alles in allem kann ich das Buch all denen empfehlen, die eine leichte, lockere Romanze lesen möchten, die sich schnell weg liest und Spaß macht. Die Charaktere nerven manchmal mit ihren Entscheidungen aber gleichzeitig macht es auch Spaß über das Drama zu lesen. Erwartet nur nichts neues, tiefgründiges oder sonderlich innovatives.

Meine Bewertung sind 3.5 von 5 Sternchen und ich bin froh das Buch gelesen zu haben.


Danke an das Blogger-Portal und den CBT- Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars

Montag, 13. Juni 2016

Morgan Rhodes - Falling Kingdoms, Flammendes Erwachen



Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Falling Kingdoms
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Goldmann
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 448 Seiten



Das Reich des Westens steht vor einer dunklen Zeitenwende. Drei Königreiche ringen um die Macht, drei Königshäuser kämpfen ums Überleben. Die junge Cleiona von Bellos muss sich auf die gefahrvolle Reise durch eine untergehende Welt begeben, wenn sie die alte Magie der Elemente wiedererwecken und dadurch ihr Königreich retten will. Denn zwei Heere ziehen gegen ihr Haus in den Krieg. Unter den Angreifern sind Jonas, der aufbrausende junge Berater des Königs von Paelsia, und Magnus, der kühle Thronfolger von Limeros. Die Schicksale der drei jungen Menschen sind untrennbar miteinander verbunden, und inmitten von blutigen Schlachten und höfischen Intrigen müssen sie bald erkennen, dass das Herz tödlicher sein kann als das Schwert.


Falling Kingdoms ist eine epische Fantasy-Reihe, die als die Jugendbuch-Version von Game of Thrones gilt. Voller Action, Spannung und Handlung und, meiner Meinung nach, auf jeden Fall zu empfehlen.

Wir folgen vielen verschiedenen Charakteren, die über das ganze Land verteilt leben, in verschiedenen Königreichen, mit verschiedenen Sitten, Legenden und Göttern. So gibt es, ähnlich wie bei Game of Thrones, ganz viele Aspekte dieser Fantasywelt und man gewinnt immer wieder neue Einblicke.
Das Buch beginnt mit einem Rückblick zu einem Ereignis, was sechzehn Jahre vor der Haupthandlung geschah. Zwei Schwestern stehlen ein Baby, da die Prophezeiung besagt, dass dieses Mädchen die Auserwählte sei, die alle vier Elemente beherrschen wird und die mächtigste Magierin aller Zeiten würde - definitiv ein spannender Einstieg, der Lust auf die Geschichte macht!
Von da an folgen wir abwechselnd hauptsächlich drei jungen Charakteren - Cleiona, Magnus und Jonas. Jeder hat seine ganz persönlichen und ganz unterschiedlichen Probleme und Geschichten und es hat wirklich Spaß gemacht sie kennen zu lernen und durch sie all die Fassetten dieser Fantasy-Welt zu sehen und zu verstehen.
Ich mochte die Welt generell sehr gerne und habe gerne von all den Legenden und Zeichen und Hinweisen auf Magie erfahren, die früher einmal das Land beherrscht zu haben scheinen.
Die Charaktere waren unglaublich vielseitig und alles andere als langweilig. Selbst jetzt am Ende des Buchs bin ich mir nicht sicher wer zu den "Guten" und wer zu den "Bösen" gehört, einfach weil es diese Einteilung in Schwarz und Weiß so nicht gibt und das fand ich sehr gut. Ich kann auf keinen Fall behaupten, dass ich alle Charaktere mochte und sympatisch fand aber das ist auch gut so. Ich war manchmal sauer auf Figuren oder traurig und aufgebracht über ihre Handlungen - so wie das bei echten Personen nun mal auch ist!
Ich fand es super, dass man fast immer verstehen konnte, was die Hintergründe der Handlungen der einzelnen Personen waren. Dies wäre nicht der Fall gewesen, wenn die Perspektiven nicht so oft gewechselt hätten und von daher finde ich dass die Autorin das sehr gut gelöst hat.
Mir persönlich gefällt diese Reihe bisher noch besser als die Ein Lied von Eis und Feuer Reihe, aber das ist auf jeden Fall Geschmackssache. Ich liebe nun mal Jugendbücher und Kapitel, die nicht so ewig lang sind wie die von George R.R. Martin. Mir gefällt es besser, wenn innerhalb von kürzerer Zeit deutlich wird in welcher Beziehung einzelne Charaktere zueinander stehen und man nicht mit tausenden Namen und Hintergrundinfos und -geschichten überschüttet wird, sondern nur von denen erfährt, die für die Geschichte auch wirklich relevant sind.
Wie gesagt, dass ist meine vollkommen subjektive Meinung und ich will damit weder George Martin, noch seine Fans angreifen oder irgendetwas in diese Richtung, ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel.

Zu hundert Prozent überzeugen konnte mich Falling Kingdoms nicht - ein paar Stellen haben sich gezogen, manche Sachen gingen zu schnell und ich kam nicht immer ganz mit, deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen und bin gespannt was die Reihe weiterhin mit sich bringt :)




Samstag, 14. Mai 2016

Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer - RANT




Originalsprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch, Contemporary, Romanze
VerlagHeyne
Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 368 Seiten

Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den
perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …




Ich werde mich hiermit höchstwahrscheinlich extrem unbeliebt machen, aber na gut.
Das ist wohl das schlechteste Buch, was ich in den letzten Jahren im Bereich Jugendliteratur gelesen habe und das zu sagen tut mir wirklich leid, weil ich glaube, dass die Autorin eine super netter Person ist, aber ich konnte dieses Buch einfach nicht leiden.
Es geht um Tessa, ein Mädchen, das schwer krank ist und weiß, dass sie sterben wird. Und es geht darum, wie sie sich verliebt noch einmal einen letzten Sommer mit Oscar, ihrer großen Liebe, verbringt.
An sich klingt das nach einem schönen Contemporary Roman, der mir sehr gut gefallen könnte und ich dachte auch, dass ich es wirklich mögen würde, weil die Ratings hier auf Goodreads und überall sonst so extrem hoch sind. Dem war leider gar nicht so und ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen warum man überall nur Rezensionen liest, die das Buch in den Himmel loben.
Tessa ist eine unglaublich langweilige Protagonistin und sie war mir extrem unsympathisch. Sie stirbt und scheint aus irgendeinem Grund den Vorsatz zu haben den Abscheid allen Menschen, denen sie was bedeutet, so schwer wie möglich zu machen. Man kann es ihr einfach nicht recht machen und sie beschwert sich über ihre Mutter, die immer nur das Beste für sie wollte und regt sich darüber auf, dass ihre beiden Freundinnen nicht mehr viel mit ihr machen, obwohl sie selbst es ist, die sich schlafend stellt, wenn ihre Freundinnen sie besuchen kommen und die nie zurückruft oder -schreibt.
Generell scheinen ihr alle Freunde und Personen, die sie in ihren siebzehn Jahren um sich hatte und die sie lieben plötzlich vollkommen egal zu sein als Oscar in ihr Leben tritt - denn der ist wunderschön und heiß und daher natürlich ein super Grund ihre Familie zurückzulassen und sich in ihren letzten Wochen und Tagen nicht bei ihren besten Freundinnen zu melden. Nein, wirklich, der einzige Grund warum sie mit ihm weg fährt ist, dass er heiß ist.
Das Buch beginnt damit, dass Tessa in der U-Bahn ist und über einen ganzen Song hinweg Augenkontakt mit Oscar hat, der zu diesem Zeitpunkt nichts anderes ist als ein attraktiver Fremder. Okay, solche Begegnungen gibt es, das ist alles noch realistisch aber dann springen wir fünf Monate vor und der Fremde in der U-Bahn ist nach diesen fünf Monaten tatsächlich immer noch jeden Tag in ihren Gedanken und sie denkt jede Nacht vorm Einschlafen an ihn (für mich ist das nicht romantisch sondern eher etwas creepy, aber jedem das Seine). Die beiden treffen sich natürlich rein zufällig wieder, da ihre Eltern befreundet sind und plötzlich sitzt der hübsche Fremde an Tessas Küchentisch. Sie erkennt ihn sofort wieder und ist PUFF Hals-über-Kopf-und-für-immer-und-ewig in ihn verliebt, weil - er sieht super aus!
Nun, das Gute ist, dass auch er sich gleich in sie verliebt, da er sie auch heiß findet und die beiden sich über Facebook Nachrichten schreiben, woraufhin sie sich natürlich noch mehr lieben. Und wenn ich "lieben" sagen meine ich das auch so. Tessa sieht plötzlich zum ersten Mal einen Sinn in ihrem Leben. Das einig Wichtige ist Oskar. Er ist ihr ganzes Leben, der Grund dass sie etwas aus ihrer verbleibenden Zeit macht und es ist wirklich einfach traurig. Sie will nichts für sich selbst machen sondern einfach für ihn weil dieser süße Junge alles ist, was in ihrem Leben zählt. Mehr als Freunde, Familie oder sonst irgendwas - das hat mich so sehr gestört!
Von da an ist die Geschichte meiner Meinung nach nur der Weg eines Mädchens, das Selbstzweifel hat aber trotzdem Sex haben will und einem Jungen, der diese Zweifel nicht versteht und unbedingt auch Sex mit ihr haben will. Tessa betont die ganze Zeit, dass sie als siebzehnjährige Jungfrau ohne Führerschein sterben wird. Wenn das in einem Buch ein- oder zweimal gesagt wird finde ich das in Ordnung aber hier wird es quasi ihre Identität und alles, was sie definiert ist, dass sie noch nie Sex hatte und das unbedingt noch ändern will. Die beiden reden über Sex und Oscar tut so als wäre es das Seltsamste auf der ganzen Welt, dass ein hübsches Mädchen im Alter von 17 noch Jungfrau sei - Newsflash: Das ist nichts besonderes.
Die beiden gehen dann auf einen Roadtrip durch Italien und ich hatte gehofft, dass es von hier an besser wird aber dem war leider nicht so. Das Buch hat ab hier ständig den selben Aufbau: Tessa und Oscar fahren durch die Gegend, sehen lauter schöne Dinge aber Tessa hat immer irgendein Problem - große Schmerzen durch ihre Krankheit, Angst, dass Oscar sie nackt nicht schön finden könnte, riesige Eifersucht, dass er einen Stoffhasen seiner Ex dabei haben könnte, Eifersucht, dass Oscar vor ihr eine Freundin hatte oder nach ihr eine haben könnte, Eifersucht, dass ein Mädchen auf der Straße ihn angelächelt hat und er das merkte (ja, darüber fängt sie fast an zu weinen). So gut wie jedes Mal ignoriert sie das Gefühl, redet mit Oscar weder über ihre Gedanken noch ihre Schmerzen und spielt ihm stattdessen heile Welt vor und jedes Mal löst sich das Problem innerhalb von wenigen Momenten einfach von selbst, indem sie an einen anderen schönen Ort kommen, Tessa all ihre Sorgen vergisst und plötzlich alles wieder in bester Ordnung ist.
Es ist einfach keine Spannung da und das Buch ist quasi ohne Ausnahme nach genau diesem Schema aufgebaut.
Und dann kommt die Szene, die dafür gesorgt hat, dass ich das Buch wirklich nicht ausstehen kann. Wie bereits erwähnt, hat Tessa große Selbstzweifel, was ihren Körper angeht und Angst davor vor Oscar nackt zu sein. Trotzdem hätte sie gerne Sex mit ihm und wäre ihm gerne nah. Zu Beginn des Buchs lässt sie sich erst auf einen Kuss an, wird dann von Selbstzweifeln übermannt und weißt ihn doch wieder ab. Später, als sie schon in Italien sind, knutschen die beiden rum und es scheint so als würden sie den nächsten Schritt gehen doch dann hat Tessa wieder Angst davor sich Oscar zu zeigen, hat Angst, was er zu den Narben und ihrem kranken, abgemagertem Körper sagen könnte und stößt ihn kurz von sich weg bevor sie wirklich miteinander schlafen können - und Oscar rastet aus. Er wirft ihr vor, dass sie sich gefälligst entscheiden soll, ob sie ihn jetzt mag oder nicht und im Streit wühlt er durch ihre Tasche und leert den gesamten Inhalt auf dem Boden aus während er so richtig ausrastet - weil sie ihn erst geküsst hat und dann keinen Sex haben wollte.
Von hier an habe ich das Buch gehasst. Weil, als Oskar sich kurz darauf entschuldigt, alles wieder super ist und der Vorfall nie wieder angesprochen wird. Weil Oskar für viele junge Mädchen, die das Buch lesen, trotzdem den "perfekten Freund" darstellt. Weil genau diese Art von Verhalten dazu führt, dass Mädchen sich nicht trauen nein zu sagen, wenn sie eigentlich nicht mit jemandem schlafen wollen aber zu große Angst haben, dass ihr Freund etwas dagegen haben wird. Man kann IMMER nein sagen und sollte nie Angst vor einer derartigen Reaktion seitens seines Partners haben müssen. Oskar wusste, dass Tessa Selbstzweifel hat, was ihren Körper angeht und dass sie Jungfrau ist und sie sich gerade mal ein oder zwei Wochen lang kennen! Und dennoch hat er sich so verhalten und deshalb ist er für mich nichts mehr als ein Arschloch, ab diesem Moment im Buch.
Naja, die beiden verstehen sich später jedenfalls wieder und haben doch noch Sex - etwas was im Buch extrem detailliert beschrieben ist, mehr als ich das jemals in einem Jugendbuch gelesen habe und auch hier fand ich einiges einfach nur merkwürdig, aber da gehe ich jetzt mal nicht genauer ins Detail. Allerdings bin ich hier der Meinung, dass es nichts für jüngere Leser ist..
Was mich außerdem gestört hat war der Spitzname "Krabbe", den Oskar für Tessa aussucht, wegen irgendeinem Insider-Witz. An sich wäre das okay, aber er nennt sie von da an nur noch so und das war einfach nur merkwürdig. Außerdem habe ich total viele Parallelen zu The Fault in Our Stars gefunden. Es gibt sogar eine Szene die mit "Okay?" - "Okay." endet, was dann wirklich schon eine sehr offensichtliche Dopplung in beiden Büchern war und auch sonst gab es manchmal zu viele Überscheidungen dieser beiden Bücher.
Der Schreibstil ließ sich schnell und flüssig lesen aber es war einfach so viel Kitsch in der Liebesgeschichte, dass ich unglaublich oft mit den Augen rollen musste wenn Tessa wieder einmal sagte, wie sehr Oskar ihr Leben erst lebenswert gemacht hat.
Nun noch schnell zu einigen positiven Aspekten. Ich mochte die Rolle, die Musik in dem Buch spielte. Oskar und Tessa reden oft über Songs und es gibt eine Playlist an Songs die man während dem Lesen hören kann. Das hat mir sehr gut gefallen und war eine wunderschöne Idee der Autorin. Außerdem mochte ich das Cover und die generelle Gestaltung des Buchs wirklich gerne.



Wie ihr inzwischen gemerkt konnte mich das Buch absolut nicht überzeugen und ich verstehe all die hohen Bewertungen einfach nicht. 
Ich selbst kann leider nur ein-einhalb von fünf Sternen vergeben..

Ich habe das Buch vom Heyne-Verlag und der Verlagsgruppe Randomhouse als Rezensionsexemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt bekommen - danke dafür!

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