Freitag, 26. Juni 2015

[Rezension] Jasmine Warga - Mein Herz und andere schwarze Löcher



Originalsprache: Englisch
Originaltitel: My Heart and Other Black Holes
Genre: Jugendbuch, Romanze, Contemporary
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
über meine gelesene Version:
VerlagS. Fischer
Buchart: Hardcover
Seitenanzahl: 380 Seiten

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»Ich küsse ihn. Wir küssen uns! Ich versuche, mich nicht zu fragen, ob das nun richtig oder falsch ist. Mein Herz hämmert, und ich hoffe, dass sein Herz genauso wild klopft. Ich weiß, dass die Menschen einander seit tausend Ewigkeiten küssen, aber jetzt, in diesem Augenblick, fühlt es sich an, als wäre das Küssen ein Geheimnis, das nur Roman und ich kennen.«

Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.

Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen – und die Liebe ihres Lebens finden.







Aysel will sterben.
Das ist von Anfang an klar und niemand und nichts kann oder soll etwas daran ändern. Im Internet versucht sie auf einer Seite einen "Selbstmordpartner" zu finden und stößt auf Roman. Die beiden planen ihren Selbstmord zusammen aber Aysel sich wird während des Buchs immer unsicherer, ob sie mit Roman wirklich sterben oder nicht doch lieber mit ihm zusammen das Leben leben möchte?!

Nun, was soll ich sagen? Das Buch konnte mich tatsächlich von Anfang an überzeugen!
Ich fand die ersten Seiten schon interessant, obwohl es nicht viel Handlung gab, einfach weil ich gleich an Aysel und ihrem Leben interessiert war. Ich habe sie als eine tolle Protagonistin empfunden, schon ganz zu Beginn. 

Was ich besonders toll fand, ist Aysels Liebe zur klassischen Musik, die schon von Anfang an Thema ist. Ich fand es einfach wunderschön, wie sich das immer wieder durch das Buch zieht und wie toll die Autorin das in der Geschichte immer wieder eingebaut hat. Aysel denkt nämlich oft an bestimmte Stücke oder Kompositionen und es hilft ihr manchmal sich besser zu fühlen.
Ganz ähnlich ist es auch mit Aysels Liebe zur Physik. Die spielt nämlich eine ganz besondere Rolle im Buch. besonders das Konzept von potenzieller und kinetischer Energie. Energie kann niemals ganz verschwinden, sie wird immer übertragen - also was passiert mit der Energie eines Mensches, wenn dieser stirbt?
Ich habe Physik in der Schule gehasst und so bald wie möglich abgewählt, aber das Buch hat es wirklich geschafft mir das wieder etwas näher zu bringen. Einstein und seine Theorien und alles was mit Energie zu tun hat, ist tatsächlich einfach total interessant.



Im Buch geht es oft um die "schwarzen Qualle", die in Hasel wohnt und die als Zeichen für ihre Depressionen steht. Diese wird immer wieder aufgegriffen, was mir auch sehr gut gefiel.
"Mein Körper ist eine sehr effiziente Maschine zur  Vernichtung schöner Gedanken."
Die Depressionen wurden somit für den Leser verdeutlicht und man kann wirklich sagen, dass das Buch einem hilft diese Krankheit zu verstehen, was ich echt super finde! Vor allem auch die Tatsache, dass auch Aysel merkt, als sie auf Roman trift, dass Depressionen total unterschiedlich sein können, fand ich richtig gut. Sie fühlen sich nämlich keines falls für jeden gleich an und das wurde super rüber gebracht.
Ach ja, Roman... Zunächst war ich genau wie Aysel sehr überrascht was für eine Art Mensch Roman ist. Es scheint nicht wirklich depressiv und zurück gezogen, er lacht und lächelt und kommt einem nicht selbstmordgefährdet vor. Ein Zeichen mehr dafür, wie toll realistisch die Geschichte ist! Erst nach einiger Zeit merkt man, dass Roman sehr wohl seine Gründe hat und dass ihm Tragisches und Trauriges passiert ist und er hat mir einfach total leid getan.




"Ich mag die Worte anderer Leute. Sie füllen mich aus." 
- Roman
Was ich eben falls toll fand, war dass auch andere Charaktere, vor allem die Familien der beiden Protagonisten immer wieder mit eingebracht wurden. Zum Beispiel hat mir von Anfang an Romans Mutter mit am aller meisten leid getan. Sie ist so herzlich und freundlich und sie hat es nicht verdient Roman zu verlieren. Wirklich nicht. Man merkt, wie glücklich Romans Mutter wird, als er anfängt sich mit Aysel zu treffen, weil sie denkt dass sie ihm vielleicht aus seinen Depressionen helfen kann... Die Wirklichkeit sah so anders aus.
Im Bezug auf Aysels Familie merkt man wirklich, dass Asyels Depressionen ihre Wahrnehmung extrem beeinflussen. Ihre Familie schien zunächst total gemein, so wie sie sie geschildert hat. Mit einer totalen Zicke und Tusse als Schwester und einer extrem gleichgültigen Mutter, die laut Aysel "Angst" vor ihr habe. 
Erst mit der Zeit wurde klar, dass Aysel Liebe von ihrer Familien entgegen gebracht bekommt, diese aber auf Grund ihrer Krankheit einfach nicht richtig wahrnehmen kann...

"Ich vermute, bei so ziemlich allem im Leben geht es um die Wahrnehmung des Betrachters." - S. 244





Das Ende hat mir gefallen, aber es war alles etwas zu schnell. Das Buch lässt sich so toll lesen, dass einem 100 Seiten wie garn nichts vorkommen und am Ende hätte ich mir wirklich gewünscht, dass bestimmte Dinge etwas länger gedauert hätten und dass manches nicht vor kam, dass ich gerne noch gesehen hätte. Ich fand das Buch so toll, dass 100 Seiten mehr gerne noch Platz gefunden hätten und zu einem runderen Buch geführt hätten, denke ich.


"Traurigkeit hat nichts Schönes an sich, nichts Charmantes nichts Glamouröses. Traurigkeit bedeutet nichts als Dunkelheit und jeder, der das anders sieht, hat nicht begriffen, worum es geht. Ich glaube, was Roman sagen will ist: dass er uns ich beide im Dunkeln stehen und dass dies etwas Vertrautes, etwas Tröstliches am sich hat. Aber tröstlich ist nicht gleich schön. (...) Hoffnung ist schön. Schon deshalb möchte ich nicht, dass wir weiter in der Dunkelheit bleiben. Ich möchte kein grauer Himmel sein. ich möchte, dass wir Hoffnung finden. Gemeinsam."

Alles in allem ist "Mein Herz und andere schwarze Löcher" ein wirklich schönes Buch, das von mir wegen der kleinen Kritik was das Ende angeht 4,5 Sterne bekommt, aber dennoch einen Ehrenplatz in meinem Herzen besitzt :)




VIELEN DANK an wasliestdu.de und den S. Fischer Verlag, für die Bereitstellung dieses Leseexemplars <3

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