Mittwoch, 30. Dezember 2015

Wenn der Mond am Himmel steht, denke ich an dich



Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Moon At Nine
Genre: Roman, Jugendbuch
Verlag: cbj
Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 256 Seiten


Die 15-jährige Farrin hat eine Menge Geheimnisse. Denn obwohl sie auf eine Schule für Hochbegabte geht und aus einer angesehenen und wohlhabenden Familie stammt, ist es nach der islamischen Revolution besser, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Zumal ihre Mutter eine Schah-Anhängerin war und ist. Aber dann begegnet sie Sadira und alles ändert sich mit der Freundschaft zu dem klugen, witzigen und beherzten Mädchen. Als aus ihrer Freundschaft allerdings mehr wird, wissen beide, dass sie einen gefährlichen Weg einschlagen: Homosexualität steht im Iran unter Todesstrafe. Doch ihre Beziehung wird publik und beide werden inhaftiert. Getrennt von Sadira kann Farrin nur hoffen, dass ihre Familie einen Weg findet, sie vor der Hinrichtung zu retten – sie beide.





Zunächst einmal das, was mir am besten gefallen hat: Dieses Buch liefert Einsichten in eine ganz neue Kultur. Ich wusste nicht viel darüber was im Iran so passiert bevor ich dieses Buch gelesen habe. Manches hat mich an das erinnert, was ich in "Ich bin Malala" über Pakistan erfahren habe.Aber an sich wusste ich wirklich sehr wenig über die Kultur und die Verhältnisse, um die es in "Wenn der Mond am Himmel steht, denke ich an dich" geht. Dadurch, dass ich dieses Buch gelesen habe könnte ich also viel Neues lernen und das hat mir sehr gut gefallen.
Es geht um zwei Mädchen die sich verlieben. Eigentlich ist es eine sehr schöne und süße Liebesgeschichte. Abgesehen von der Tatsache dass ihr Umfeld all dies überhaupt nicht duldet. Die beiden wussten nicht einmal dass Homosexualität überhaupt existiert, da darüber niemals gesprochen wird.
Die Geschichte nimmt einen ganz traurigen und schrecklichen Lauf als ihre Beziehung ans Licht kommt und die beiden Mädchen haben mir wirklich leid getan.
Das krasse ist, dass all dies wirklich passiert ist. Im Nachwort der Autorin liest man, dass sie eine Frau getroffen hat, die ihr ihre Geschichte erzählt hat und dass Deborah Ellis hier lediglich die Geschichte dieser Frau zu Papier bringt. Das ist wirklich schrecklich und es macht die Geschichte gleich viel wichtiger und bedeutsamer. Es ist gut, dass die Geschichte dieser Mädchen öffentlich gemacht wird und dass wir hier darüber lesen können - das sollten wir auch! 


Ich haben allerdings einen Stern abziehen müssen, aus verschiedenen Dingen die mir am Buch nicht gefallen haben. Es war leider zu kurz für so eine große, bedeutsame Geschichte. Ich fand dass es manchmal zu schnell ging und man auf manches noch mehr hätte eingehen können.
Der Schreibstil hat mir leider auch nicht so gut gefallen. Es kam mir vor als könnte die Autorin nicht wirklich gut mit Worten umgehen, wobei es natürlich auch sein kann dass einiges vom Schreibstil einfach beim Übersetzen verloren gegangene sind.. Das Buch lies sich dadurch leider nicht so schön lesen wie ich es mir gewünscht hätte. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass mir die Briefe die sich die beiden Mädchen schreiben, als sie einander nicht sehen dürfe, eindeutig zu kitschig waren. Es schien mir einfach unrealistisch, dass ein Teenager so schreiben würde. Aber das ist natürlich nur ein kleiner Kritikpunkt, der nicht weiter wichtig ist.



Normalerweise gebe ich bei so viel Kritik keine vier Sterne, aber "Wenn der Mond am Himmel steht, denke ich an dich" hat mich einfach so überzeugt mit seiner Story die wahr und echt und Realität ist und die wirklich so viel bedeutet, dass ich trotz allem so eine gute Bewertung abgeben muss.
Ich habe wirklich neue Dinge gelernt und empfehle das Buch deshalb auch auf jeden Fall weiter!
4 von 5 Herzchen <3





Mittwoch, 16. Dezember 2015

George R. R. Martin - Das Lied des Eisdrachen



Originalsprache: Englisch
Originaltitel: The Ice Dragon
Genre: Kinderbuch
Verlag: cbj
Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 128 Seiten


Adara ist ein Winterkind, geboren in der eisigsten Nacht seit Menschengedenken. Und Adara ist anders: Sie liebt die Kälte, das Eis, die Stille. Ihr einziger Freund ist ein kristallblauer Drache, der sie winters besucht. Als eines Tages feindliche Drachenkämpfer Adaras Heimat bedrohen, ist es die Freundschaft zwischen Winterkind und Eisdrachen, die das Leben ihrer Familie rettet …



George R R Martin ist natürlich ein Gott im Bezug auf Fantasy. Er schreibt eine der beliebtesten und bekanntesten Fantasyreihen unserer Zeit. Aber wie ist wohl ein Kinderbuch von ihm?
Zunächst einmal ein paar Informationen über das Buch: Es spielt, soweit ich weiß, in der selben Welt wie Game of Thrones: in Westeros, einer Welt sehr ähnlich unserem Mittelalter, nur dass es hier Magie und vor allem auch Drachen gibt.
Die Hauptperson dieser Geschichte ist Adara, ein Mädchen, dass im Winter geboren wurde und alles an ihr ist "kalt". Sie weit nicht, sie lacht nicht und sie hat keine Freunde außer einem ganz besonderen Freund, der jedes Jahr im Winter kommt: Der Eisdrachen. Es geht um Adara und ihr Leben, ihre Verbundenheit mit dem Drachen, aber auch um ihre Familie.

Die Geschichte an sich hat mir ziemlich gut gefallen. Ich mochte die Idee vom Eisdrachen und wie Adara sich immer heimlich mit ihm traf. Meiner Meinung nach war das Schönste am ganzen Buch aber vor allem eines: Die Illustrationen. Manchmal kam es mir fast vor wie ein Bilderbuch, ein wunderschönes! Auf fast jeder Seite findet man Bilder von Adara oder vom Drachen und diese sind wirklich wunderschön gezeichnet sind.


Allerdings birgt das Buch auch einige negative Aspekte. Ich fand es schade, dass die Geschichte nur so kurz war und dass alles ziemlich oberflächlich behandelt wurde. Man erfährt zum Beispiel so gut wie nichts über den Drachen und auch sonst konnte ich eigentlich mit keinem der Charaktere eine wahre Bindung aufbauen, was sehr schade war.
An manchen Stellen war es außerdem ziemlich brutal und z.B. die Verletzungen einiger Soldaten waren sehr detaliert beschrieben, was wahrscheinlich irgendwie typisch für G.R.R. Martins Art zu Schreiben ist, aber in einem Kinderbuch meiner Meinung nach, einfach nicht wirklich angebracht war.




 Trotz dieser Kritik hat es mir alles in allem Spaß gemacht das Buch zu lesen und vor allem die schönen Bilder anzusehen. Ich würde empfehlen das Buch im Winter zu lesen, am liebsten an einem kalten Tag mit Schnee wenn man selbst auf dem warmen Sofa eingekuschelt ist, da das einfach die perfekte Atmosphäre ist.
Es reicht leider nicht für 4 ganze Herzchen aber ich vergeben 3.5/5 meiner Herzchen an dieses Buch.




Sonntag, 29. November 2015

Der LovelyBooks Leserpreis


Schaut doch mal bei LovelyBooks vorbei :)
Dort wurden in der letzten Zeit die absoluten Lieblingsbücher des letzten Jahres gekürt - schaut doch mal vorbei ob auch eure Lieblinge dabei sind!

Einige Bücher, die ich liebe und die in diesem Jahr Preisträger sind, sind die folgenden: 

   


Außerdem könnt ihr im Moment Buchpakete gewinnen, also schaut auf jeden Fall mal vorbei! :)

Alles Liebe, Sarah

Freitag, 13. November 2015

Julia Engelmann - Wir können alles sein, Baby




Originalsprache: Deutsch
Genre: Slam Poetry/ Gedichte/ Poesie
Verlag: Goldamann
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 96 Seiten

Preis: 7,00 € 
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Wunderschön gestaltet mit Illustrationen der Autorin.
Mit »One Day« gelang Julia Engelmann ein sensationeller Poetry-Slam-Erfolg, der als Internetphänomen Millionen begeisterte und auch als Buch zum Bestseller wurde. Ihr ganz eigener Sound und ihre ganz eigene Sprache sind es, die die Herzen so berühren. In ihrem neuen Buch stellt sie erneut eine stimmungsvolle Playlist poetischer Texte über Träume und Liebe zusammen, über Wünsche und Freisein, aber auch über Loslassen und Traurigkeit. Julia Engelmann schreibt einfühlsam und bewegend davon, dass wir das Leben nicht verschlafen sollen, sondern was verändern, die Welt auf den Kopf stellen, ja, einfach mal Handstand machen – alles, was es braucht, ist ein bisschen Mut. Denn »wir können alles sein, Baby«!


Ich liebe Julia Engelmanns Gedichte!
Das habe ich schon gesagt bevor ich dieses Buch gelesen habe, einfach weil ich ihre erste Gedichtsammlung "Eines Tages, Baby" so sehr gemocht habe.
Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen und diese wurden zum Glück nicht enttäuscht.

Julia Engelmann schreibt Slam Poetry. Das ist eine neue und modere Art der Poesie, die mich persönlich total anspricht und, denke ich, das Richtige für viele Jugendliche ist - selbst dann, wenn man normalerweise nicht wirklich Gedichte liest.
Ich liebe es, wie Julia ihre Gedichte performt. Leider habe ich sie noch nicht live gesehen, aber YouTube-Videos und vor allem auch ihre Hörbücher, die sie natürlich selbst liest, haben mir einen guten Eindruck verschafft von dem, was ihre Slams ausmacht.
Sie schreibt ganz aus dem Leben gegriffen, von alltäglichen Dingen. Es geht um Liebe und Herzschmerz, um das Erwachsen werden und wenn man es so will um den Sinn des Lebens. Um das WARUM? Warum sind wir hier? Was soll ich mit meinem Leben anfangen?
Was soll ich sein? Was bin ich?

Julias Gedichte handeln von Selbstzweifel aber gleichzeitig machen sie Mut. Oft merkt man, dass Julia große Zweifel hat, traurig ist und sich zu viele Gedanken macht. Und letztendlich enden sie doch noch gut und sie sind einfach so ermutigend und wundervoll. 
Es macht keinen Sinn zu lange traurig zu sein und sich ständig zu wundern, was man tuen sollte und könnte und müsste. Einfach zu leben, das ist das was zählt. Kein anderes Buch bringt das meiner Meinung nach so gut rüber.

Im Buch vom Goldmann Verlag sind außerdem richtig schöne Illustrationen der Autorin. Man könnte sagen, dass es Kritzeleien sind, weil es sich oft einfach um Strichmännchen handelt. Aber "Kritzeleien" klingt irgendwie abwertend und das ist das Gegenteil von dem was ich erreichen will, denn ich liebe diese Bilder! Auch ansonsten ist die Aufmachung des Buches einfach total toll. Die Farben gefallen mir super und das Cover ist ein wirklicher Hingucker.




Aber auch das Hörbuch kann ich, wie bereits erwähnt, nur empfehlen. Julias Art ihre Gedichte vorzutragen ist es, die wirklich überzeugt. Ihr Rhythmus macht das Ganze nur noch mehr besonders und ist einfach richtig überzeugend. Und ich mag es außerdem einfach ihrer Stimme zuzuhören, denn die ist wirklich angenehm.



Alles in allem hat mich "Wir können alles sein, Baby" genauso sehr überzeugt wie das vorherige Buch, was alles ist, was ich mir erhofft und gewünscht habe.
Ich würde Julia Engelmann total gerne einmal auf einem Poetry Slam oder bei einer Lesung erleben und kann euch allen das Buch nur empfehlen.
Es bekommt 5 von 5 Herzchen von mir und einen Ehrenplatz in meinem Regal und meinem Herzen!



Ich möchte euch außerdem noch Slam Poetry generell ans Herz legen. Ich selbst war in den letzten Wochen und Monaten auf meinen zwei ersten Poetry Slams und war beides Mal hellauf begeistert. Wenn ihr also mal die Chance habt euch so etwas anzugucken solltet ihr das unbedingt tuen.

VIELEN DANK AN DEN GOLDMANN VERLAG FÜR DIE BEREITSTELLUNG DIESES REZENSIONSEXEMPLARS! :)




Freitag, 9. Oktober 2015

Harper Lee - Geh hin, stelle einen Wächter



Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Go Set A Watchman
Genre: Roman
Verlag: DVA
Buchart: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 320 Seiten


In „Gehe hin, stelle einen Wächter“ treffen wir die geliebten Charaktere aus „Wer die Nachtigall stört“ wieder, 20 Jahre später: Eine inzwischen erwachsene Jean Louise Finch, „Scout“, kehrt zurück nach Maycomb und sieht sich in der kleinen Stadt in Alabama, die sie so geprägt hat, mit gesellschaftspolitischen Problemen konfrontiert, die nicht zuletzt auch ihr Verhältnis zu ihrem Vater Atticus infrage stellen.

Ein Roman über die turbulenten Ereignisse im Amerika der 1950er-Jahre, der zugleich ein faszinierend neues Licht auf den Klassiker wirft. Bewegend, humorvoll und überwältigend – ein Roman, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht.




Harper Lee ist besonders in den USA eine der größten und berühmtesten Autorinnen und das, obwohl sie jahrelang nur ein Buch veröffentlicht hatte. Aber "To Kill A Mockingbird" (auf deutsch: "Wer die Nachtigall stört") ist einfach einer der amerikanischen Klassiker schlecht hin.
Ich selbst habe "To Kill A Mockingbird" für die Schule, für meinen Englisch LK gelesen und ich mochte es total!
Und nun, Jahre nachdem Klassiker, wurde eine Fortsetzung veröffentlicht. Das ganze hat einen riesigen Hype ausgelöst - wie bei einer Harry Potter Premiere sind Leute zu Mitternachtsverkäufen gegangen und haben sich das Buch so bald es raus kam geschnappt.
Die generelle Begeisterung ist aber sehr schnell abgeklungen und es gab viele negative Rezensionen.
Ich habe beschlossen das Buch trotzdem zu lesen, einfach weil ich mir selbst eine Meinung bilden wollte.
Leider muss ich mich der breiten Mehrheit anschließen: Das Buch hat mir nicht sonderlich gut gefallen.

"Geh hin, stelle einen Wächter" ist die Fortsetzung von "Wer die Nachtigall stört" und es geht um Jean Louise "Scout" Finch, die inzwischen erwachsen ist und wieder nach Maycomb zurückkehrt um etwas Zeit mit ihrem Vater Atticus zu verbringen. Die einzige andere Person, die wirklich eine Rolle spielet und schon im ersten Teil vorkam ist Scouts Tante Alexandra. Dill lebt schon lange nicht mehr in Maycomb und, was mich am meisten schockiert hat: Gleich zu Beginn erfährt man, dass einer der Hauptcharaktere des ersten Buches bereits gestorben ist.
Das war schon die erste Sache, die mich gestört hat. Einer der zentralen Charaktere des Original Buches ist einfach nicht mehr da und man hat nicht mal wirklich die Möglichkeit richtig um ihn zu trauern.
Auch ansonsten ist wenig wie in "To Kill a Mockingbird". Zum einen gibt es irgendwie weniger Handlung in "Geh hin, stelle einen Wächter". Es ließ sich zwar vom Schreibstil her gut lesen, aber dennoch war es irgendwie langweilig und hat sich für mich auch ein wenig gezogen, einfach weil auf den 300 Seiten nur relativ wenig geschehen ist.
Die Handlung sieht nämlich eigentlich nur wie folgt aus: Jean Louise (in diesem Buch wird sie kaum noch "Scout" genannt) kommt nach Maycomb um ihre Familie zu besuchen, trifft Henry auch genannt "Hank", der bei Atticus gelernt hat und mit dem sie schon Jahre lang zusammen ist und fragt sich ob sie ihn heiraten soll. Sie findet heraus, dass sowohl Atticus als auch Hank ziemlich rassistisch sind, so wie eigentlich alle in Maycomb und im Süden zu dieser Zeit, und bekommt auf Grund dessen eine Identitätskriese.
Ich muss sagen, ich finde es gut, dass es um so ein wichtiges Thema geht. Damals war die Debatte der Rassentrennung in den USA von riesiger Bedeutung und ich bin auch froh etwas darüber gelesen zu haben.
Nur leider gefällt mir einiges an der Umsetzung bei diesem Buch nicht. Zum einen finde ich es blöd. wenn man Charakter nimmt und sie in der Fortsetzung eines Buches ganz anders sein lässt, als sie das im Original waren. Das ist in "Geh hin, stelle einen Wächter" passiert und das ist einer der Gründe, warum es so viel Kritik bekam. Atticus ist in "To Kill a Mockingbird" ein super toller, bewundernswerter Charakter. Er ist moralisch und gutherzig und ein super Vorbild. Er verteidigt als Anwalt einen Schwarzen und macht sich nichts daraus, was die anderen darüber sagen. Er bringt seinen Kindern bei, dass alle Meschen gleich seien.
Jetzt, im zweiten Teil entpuppt Atticus sich als totaler Rassist. Es gibt eine Passage, in der der darüber redet wie minderwertig Schwarze seinen und Scout fragt, ob sie es denn verantwortlichen könnte, dass ihre Kinder eines Tages mit dunkelhäutigen Kindern zur Schule gingen... Es war einfach untypisch und auch irgendwie traurig, das ausgerechnet Atticus so etwas sagen würde.
Ansonsten, wie bereits gesagt, hat es mir einfach an Handlung gefehlt. Es hätte mehr passieren müssen. Ich mochte wie Scouts Onkel in die Geschichte eingebaut wurde und einfach generell sein sonderbares Verhalten.
Der Schreibstil was auch wirklich schön und ließ sich gut lesen.
Leider nur ist es meiner Meinung nach kein Vergleich zu "To Kill A Mockingbird" und ich finde es schade, dass Harper Lee nicht noch mehr Bücher geschrieben hat, von denen manche vielleicht so gut wie "To Kill a Mockingbird" hätten sein können. Dieses ist das meiner Meinung nach leider nicht.




Ich vergebe letztendlich 3 von 5 Herzchen.
Es war ein Buch, dass sich mit einem sehr wichtigen Thema auf gute Art und Weise beschäftigt und auseinander setzt und manchmal hatte ich beim Lesen auch wirklich Spaß. Aber leider konnten meine Erwartungen nicht erfüllt werden, es gab zu viele Veränderungen im Vergleich mit dem Vorgänger und hatte inhaltlich nicht genug zu bieten für mich.

Mittwoch, 9. September 2015

[Rezension] Barry Jonsberg - Flieg, so hoch du kannst




Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Cassie
Genre: Kinderbuch
Altersempfehlung: ab 12 Jahre
Verlag: cbt
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 256 Seiten


Und dann kam Cassie …

Als ob Holly nicht schon genug Probleme hätte … Jetzt zieht auch noch Tante Fern mit ihrer Tochter Cassie bei ihnen ein. Cassie leidet an Zerebralparese, sie kann nicht sprechen und sitzt im Rollstuhl. Holly ist genervt. Doch nach und nach entdeckt Holly, dass hinter Cassies Behinderung ein wunderbarer, kluger und einfühlsamer Mensch steckt, der sie als einziger richtig zu verstehen scheint. Der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft.



In "Flieg so hoch du kannst" geht es um Holly Holley, eine Teenagerin, die in den beliebtesten und unerreichbarsten Jungen ihrer Schule verliebt ist und deren größten Probleme sich um ihr Äußeres drehen. Zumindest bis zu dem Tag an dem ihre Tante Fern und ihre Cousine Cassie bei ihnen einziehen. Cassie hat Zerebralparese, was bedeutet, dass sie zwar normal denken kann, aber keine Kontrolle über ihren Körper hat und im Rollstuhl sitzt und nicht sprechen oder sich sonst irgendwie gut verständigen kann. Holly muss mit ihren Problemen und der Situation mit ihrer Cousine klar kommen und hat, was das angeht, einiges zu lernen.  

Barry Jonsberg ist der Autor, der auch "Das Blubbern von Glück" geschrieben hat. Von diesem Buch war ich voll und ganz begeistert, meine Rezension dazu findet ihr hier.
Dementsprechend hoch waren aber auch meine Erwartungen für Flieg, so hoch du kannst, was leider nicht so wirklich erfüllt wurde.

Holly war ein Character mit dem ich nicht richtig warm wurde. Sie wird immer als "die typische Teenagerin" beschrieben, ich habe sie jedoch hauptsächlich als überzogenes Klischee empfunden. Sie steht auf diesen einen Typ, Ryan, an dem sie nichts wirklich mag außer dass er beliebt ist und vor allem, gut aussieht. Für seinen Charakter interessiert sie sich eigentlich gar nicht. Außerdem ist es ihr größter Traum in der Clique mit den "coolen Mädels" zu sein, als hätte sie sonst absolut nichts anderes zu tun. Sie lässt sich von ihnen mitreißen und durch Gruppenzwang zu Straftaten überreden ohne je wirklich darüber nachzudenken, was für Konsequenzen das haben könnte. Das krasseste ist allerdings, dass sie tatsächlich von Anfang an Geld spart um sich irgendwann man Schönheitsoperationen leisten zu können. Sie hat wirklich ein Konto genau dafür! Sie ist so, wie Teenager Mädchen manchmal dargestellt werden, wenn man sie schlecht da stehen lassen will und ich mochte es einfach nicht. Sie war für mich wirklich in vieler Hinsicht ein schlechtes Klischee.
Glücklicherweise hat sie auch die ein oder andere positive Seite und vor allem entwickelt sie sich innerhalb dieses kurzen Buches sehr stark und ist am Ende definitiv ein besserer Mensch.

Die andere Hauptperson ist Cassie. Sie ist natürlich ganz anders als Holly. Nicht nur durch ihre Krankheit, sondern auch von ihrer Art her, die viel weniger egozentrisch und selbstsüchtig ist, sondern sich um andere Menschen dreht! Cassie interessiert sich für ihre Mitmenschen, und auch wenn sie es schwer zeigen kann, wird klar wie sehr sie sich um die Menschen um sie herum kümmert. Sie ist für Holly da, auch wenn diese sich im Umgang mit ihr und ihrer Behinderung schwer tut, und zeigt ihr das im Laufe des Buchs auch, und zwar auf wunderschöne Weise.


Fern, die Tante von Holly und Cassies Mutter mochte ich ebenfalls gerne. Sie kümmert sich auf eine absolut tolle Weise um ihre Tochter. Sie ist einfach richtig cool drauf und sorgt immer dafür, dass es Cassie gut geht, auch wenn manche Menschen sich ihr gegenüber blöd und unangemessen verhalten. Sie scheut sich dann auch nicht ihre Meinung zu sagen! Und sie versteht Cassie immer, natürlich ganz ohne Worte. Sie kann auf tolle Art und Weise übersetzten. was ihre Tochter sagen will und ist sehr geduldig und verständnisvoll, so lange man versucht sich auf Cassie einzulassen.

Eine weitere Person, die eine relativ wichtige Rolle in diesem Buch spielt ist Amy, Hollys beste und zunächst auch einzige Freundin. Sie ist mir viel sympatischer als Holly, weil immerhin sie der Meinung ist, es sei unlogisch ist einen Jungen nur wegen seines Aussehens anzuhimmeln. wenn er dumm wie ein Stein ist. Amy verbringt ihre Zeit lieber mit lesen und während auch sie in gewisser Weise leider ein ziemliches Klischee verkörpert, in dem Sinne, dass sie de totale Nerd ist und sich manchmal nur für Mathe interessiert, mochte ich sie eigentlich schon. Leider hat man gar nicht so viel über sie erfahren, wie mir eigentlich lieb gewesen wäre.

Die Geschichte selbst hat mir eigentlich gut gefallen - abgesehen davon, dass Holly nun mal ziemlich nervig war. Es ist sehr eindeutig, dass es sich um ein Kinderbuch handelt, aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Die Geschichte ist wirklich relativ kurz und daran liegt es wahrscheinlich auch, dass nicht so viel passiert. Was mich aber ein wenig gestört hat, ist, dass die "außergewöhnliche Freundschaft" zwischen Holly und Cassie, die schon laut Klappentext Teil oder vielleicht sogar ein Hauptpunkt der Geschichte sein soll, so gut wie nicht existent war. Holly lebt so in ihrer eigenen Welt, voll von ihren eigenen Problemen, dass sie gar nicht wirklich versucht sich mit Cassie anzufreunden, was dazu führt, dass diese Wendung erst ganz am Ende der Geschichte passiert und man leider von der Freundschaft fast gar nichts sieht und mitbekommt.

Trotz all der Kritik möchte ich aber nicht, dass ihr denkt, das Buch habe mir gar nicht gefallen.
Erstmal, vom Optischen her ist es einfach perfekt! Viel schöner als die englische Originalversion und vor allem: Der Titel ist auch viel schöner, passender und vor allem kreativer als das englische "Cassie".
Ich mochte es, wie im Buch mit Cassies Krankheit umgegangen wird und denke, dass es Kindern durchaus dabei helfen kann eine neue Ansichtsweise zu gewinnen gegenüber Menschen die "anders" sind und dass es einen guten Umgang mit Menschen mit Behinderung vermittelt.
Alles in allem ist es aber nun mal so, dass das Buch mir noch sehr viel besser gefallen hätte, wenn man auf diese komischen Vorurteile gegenüber Teenager-innen verzichten würde.




Wie ihr seht, so richtig überzeugen konnte mich Flieg, so hoch du kannst leider nicht. Es ist eher so ein "war ganz gut" Buch und bekommt 3 von 5 Herzchen von mir.


Vielen Dank an den cbt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Samstag, 29. August 2015

Becky Albertalli - Simon vs. the Homo Sapiens Agenda



Originalsprache: Englisch
Genre: Young Adult/ Jugendbuch, Contemporary
Verlag: Penguin
Buchart: Taschenbuch
Seitenanzahl: 320 Seiten


Sixteen-year-old and not-so-openly gay Simon Spier prefers to save his drama for the school musical. But when an email falls into the wrong hands, his secret is at risk of being thrust into the spotlight. Now Simon is actually being blackmailed: if he doesn't play wingman for class clown Martin, his sexual identity will become everyone's business. Worse, the privacy of Blue, the pen name of the boy he's been emailing with, will be compromised.

With some messy dynamics emerging in his once tight-knit group of friends, and his email correspondence with Blue growing more flirtatious every day, Simon's junior year has suddenly gotten all kinds of complicated. Now, change-averse Simon has to find a way to step out of his comfort zone before he's pushed out—without alienating his friends, compromising himself, or fumbling a shot at happiness with the most confusing, adorable guy he's never met.



                      

Ich wünschte alle Liebesgeschichten wären so süß!

In Simon vs. the Homo Sapiens Agenda geht es (logischerweise) um Simon, der erst mal zumindest, niemandem von seiner Sexualität erzählen möchte, denn irgendwie ist das schon eine wirklich große Sache - andererseits ist für Simons Eltern alles eine große Sache, selbst wenn Simon nur anfängt Kaffee zu trinken. 
Blue geht es da ähnlich. Blue, das ist der Junge mit dem Simon ständig E-Mails schreibt und in den er sich schneller verliebt als ihm lieb ist. Die beiden haben sich über den Tumblr der Schule gefunden und lernen schnell, dass sie viel gemeinsam haben. Das Problem ist, sie wissen zwar, dass sie beide auf die selbe Schule gehen, aber was sie nicht wissen ist wer die andere Person wirklich ist. Und sie sind sich auch nicht sicher ob sie das wirklich wissen wollen, denn wer weiß was dann passiert?!
Es geht ums Erwachsen werden und ums einfach Teenager sein. Es geht darum herauszufinden wer man ist und wer man sein möchte, darum, dass man sich ständig verändert und wie man damit umgehen soll. Es geht um viel mehr als nur die Liebesgeschichte zwischen Simon und Blue - es geht um Simons Freunde: Leah, Abbey und Nick und auch um Martin und Cal. Es geht um Simons Schwestern und um seine Eltern. 

Aber nun erstmal zu Simon - er mir von Anfang an sympatisch! Und er hat mich erstaunlich an mich selbst erinnert hat. Nun ist er ein schwuler Teenager-Junge und ich ein heterosexuelles Mädchen aber ansonsten hatten wir echt viel gemeinsam! Die Liebe zu Harry Potter, zum Beispiel - Fanfiction lesen, sich an Halloween ein Potter-inspiriertes Kostüm aussuchen, absolutes Unverständnis dafür, dass es Menschen gibt die nichts mit der Reihe anfangen können..
Wir haben beide eine Liebe zu Musik (ohne iPod können wir beide nicht leben, wir hören Künstler, die nicht wirklich Mainstream sind und denken, dass den iPod einer anderen Person einem einen Einblick in die Seele des Menschen gibt) und eine Liebe zu Oreos (die bei Simon allerdings schon sehr ungesund erscheint). Wir verbringen beide zu viel Zeit im Internet und ich bin mir sicher, dass ich mich ebenfalls einem Musical Programm angeschlossen hätte, wenn es auf meiner Schule so etwas wie auf Simon High School gegeben hätte... Kurz gesagt, Simon ist irgendwie mein Seelenverwandter!


Das besondere an diesem Buch ist, dass man all die Nebencharaktere auch wirklich kennen lernt und ihre Probleme, Gefühle und Empfindungen eine wahre Rolle spielen. Das hat das ganze so real und einzigartig wirken lassen, da Nebencharaktere nun man oft nur sehr kleine Nebenrollen spielen - nicht so in diesem Buch. Ich habe mit so gut wie allen Chrakteren mitgefühlt und eine Beziehung zu ihnen aufbauen können, wie ich es in manchen Büchern nicht mal mit den Protagonisten konnte. Ich habe so sehr mit Leah gefühlt, dass ich einmal sogar geweint habe, einfach weil ich ihren Schmerz so gut verstehen konnte.

Ansonsten standen mir hauptsächlich Freudentränen in den Augen. 
Simon ist so, so süß und Blue auch und ich hab mich an manchen Stellen einfach so für die Charaktere gefreut. Ganz, ganz oft hatte ich einfach ein riesiges Grinsen im Gesicht während ich gelesen habe und manchmal musste ich sogar kichern vor Freude und Cuteness, was nun wirklich nicht oft vorkommt.
Ich bin sehr froh, dass es so ein wunderschönes und süßes Buch gibt, dass von einer homosexuellen Beziehung handelt. Die Liebesgeschichte wäre auch als heterosexuelle Romanze wunderschön gewesen, aber genau darum geht es doch, irgendwie. 
Es ist egal ob es sich in der Liebesgeschichte um zwei Jungen, zwei Mädchen, einen Jungen und ein Mädchen oder um Menschen, die sich als nichts von beiden sehen handelt. Es geht darum, dass wir gerne von der Liebe lesen. Und Liebe bleibt bei all diesen Arten von Beziehungen gleich - nämlich absolut süß und wunderschön! 
Genau deshalb bin ich froh, dass es solche Romanzen mit einem schwulen Paar als Young Adult Roman gibt. Weil es normal ist und auch als normal angesehen werden sollte. Weil es toll ist dass es sowas gibt, aber weil es noch viel mehr geben sollte!

Ich bin einfach unglaublich froh dieses Buch gelesen zu haben und ich kann einfach nur eine totale Buchempfehlung an alle aussprechen!
Jeder der gerne Jugendbücher liest und Romanzen mag (und ich schwöre, obwohl dieses Buch hauptsächlich um Liebe geht, ist es kein bisschen schnulzig), sollte dieses Buch lesen.
Ich hoffe sehr dass es bald auch eine deutsche Übersetzung geben wird und verleihe diesem Buch gerne den Titel: Bisheriges Lieblingsbuch aus 2015!




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